Die Bestimmung des Besamungszeitpunktes ist die entscheidende Voraussetzung für eine erfolgreiche Besamung.
Hierfür werden drei wichtige Untersuchungsmethoden herangezogen:
Bei der Vaginoskopie erfolgt die Befunderhebung an der Scheidenschleimhaut. Beurteilt wird die Ödematisierung, die Faltenbildung, die Farbe, die Feuchtigkeit der Schleimhaut und die Menge und Beschaffenheit des Läufigkeitssekretes.

Die Vaginalzytologie stellt ein empfindliches indirektes Verfahren zur Untersuchung der Follikelreifung, Ovulation und Gelbkörperanbildung an den Eierstöcken dar.
Hierfür wird während der Vaginoskopie ein Tupfer genommen und auf einem Objektträger ausgerollt, fixiert und gefärbt. Danach kann man den Ausstrich unter dem Mikroskop ansehen.
Im Anöstrus sind die Basal- und Parabasalzellen die vorherrschenden Zellen.
Unter dem Einfluss der Östrogene, die in den Follikeln der Eierstöcke synthetisiert werden, kommt es zu einer starken Proliferation von Epithelzellen, das heißt die Scheidenschleimhaut wird mehrschichtig.
Daher bestimmen im Proöstrus (Beginn der Läufigkeit bis zum Einsetzen der Duldungsbereitschaft) die Intermediärzellen und danach die Superfizialzellen das Zellbild.
Im Östrus (Einsetzen der Deckbereitschaft bis zum Ende der Läufigkeit) findet man fast ausschließlich Superfizialzellen und Schollen.
Der Metöstrus (Ende der Läufigkeit) ist gekennzeichnet durch das Einwandern von Entzündungszellen (Leukozyten) in die Scheidenschleimhaut. Das Zellbild ist gekennzeichnet durch Intermediärzellen und andere tiefe Zellen.
Das Hormon Progesteron kann für die Bestimmung des Eisprungs (Ovulation) herangezogen werden.
Schon zwei Tage vor dem Eisprung (beim sog. LH Peak) beginnt in den Follikeln die Bildung des Trächtigkeitsschutzhormons Progesteron. Mit dem Eisprung (Ovulation) steigt dieser Wert sprunghaft an, so dass dieser eindeutig terminiert werden kann.
Man unterscheidet die semiquantitative von der quantitativen Progesteronbestimmung. Bei der semiquantitativen wird ein Schnelltest in der eigenen Praxis durchgeführt, der als Ergebnis einen Farbwert anzeigt. Dieser Farbwert wird mit den Herstellerangaben verglichen und dann den Läufigkeitsprozessen (A - D) zugeordnet.
Die semiquantitative Progesteronbestimmung ermöglicht nur in Kombination mit der Vaginoskopie und Vaginalzytologie eine optimale Diagnostik.
Die quantitative Progesteronbestimmung ist wesentlich exakter, aber die zeitliche Verzögerung von der Blutentnahme über den Versand der Probe bis zum Auswerten des Blutes im Labor ist häufig so groß, dass es für viele Praxen nicht durchführbar ist.
Bei dieser Untersuchung wird ein exakter Wert bestimmt, so dass der Progesteronanstieg optimal verfolgt werden kann und so der Eisprung eindeutig diagnostiziert werden kann.
Für die Arbeit mit Tiefgefriersamen ist die quantitative Progesteronbestimmung zwingend notwendig.